Krankheitsbild Hyperhidrose

Für den Patienten bedeutet Hyperhidrose eine starke Belastung seines Soziallebens, weil Krankheitsschübe sehr plötzlich eintreten können und sich nicht steuern lassen. Circa 1-2% der Deutschen leiden unter der Krankheit, die sich durch eine übermäßige Schweißproduktion äußert - unabhängig von Wärme oder Kälte, Anstrengung, Tages- und Jahreszeit. Deshalb ist eine Therapie dringend anzuraten. Orientierend am Ausmaß der Schweißbildung an Hand- und Fußflächen sowie Achseln kann die Hyperhidrose in drei Schweregrade eingeteilt werden:

  • Grad I: Deutliche vermehrte Hautfeuchtigkeit, Schwitzflecken mit 5-10 cm Durchmesser
  • Grad II: Bildung von Schweißperlen, Schwitzflecken mit 10-20 cm Durchmesser
  • Grad III: Schweiß tropft ab, Schwitzflecken mit mehr als 20 cm Durchmesser

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Die primäre Therapie der Hyperhidrosis axillaris ist die Behandlung mit Deodorantien und aluminiumchloridhaltigen, auch medizinisch verordneten Mitteln. Die Deodorantien müssen abends vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, da das Aluminiumchlorid in die Schweißdrüsen eindringen muss, um diese zu verschließen. Sollte diese Behandlung nicht zum gewünschten Therapieerfolg führen, gibt es weitere konservative Behandlungsoptionen.

Weiter besteht die Möglichkeit, der Injektion von Botulinumtoxin in die Achselhöhlen. Sie unterdrückt das Schwitzen sicher für sechs bis neun Monate. Diese Behandlungsform muss dann allerdings wiederholt werden.

Die Leitungswasser-Iontophorese hat sich als Therapie der Hyperhidrosis plantaris und palmaris, also des übermäßigen Schwitzens der Handflächen und Fußsohlen bewährt. Hier hält der Patient die betroffenen Körperstellen in zwei mit Leitungswasser gefüllte Kunststoffwannen, durch die ein schwacher Strom geleitet wird. In den Achselhöhlen ist der Erfolg jedoch meist nicht ausreichend und unerwünschte Effekte treten anschließend häufig auf.

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Wenn sämtliche konservative Therapiemethoden versagen, besteht die Möglichkeit der operativen Therapie der sogenannten axillären Hyperhidrose mit der Schweissdrüsensaugkürettage. Über einen kleinen Hautschnitt wird eine Kanüle in die Achselhöhle eingeführt, mit der die Schweißdrüsen abgesaugt werden. Dieser chirurgische Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. In der Regel bringt dies als alleinige Therapie keinen ausreichenden Erfolg. Daher werden mit einem scharfen Löffel die Schweißdrüsen nochmalig von der Unterhaut abgetragen und abschließend erneut abgesaugt.

Da dieser Eingriff mit einem Operationsrisiko verbunden ist, ist die Indikation erst nach Therapieversagen sämtlicher konservativer Maßnahmen zu stellen. Voraussetzung ist eine Hyperhidrose Grad II-III.