Hintergrundwissen: Ziconotidtherapie
Manche Patienten haben so starke Schmerzen, dass ihnen selbst Opioide, also Morphiumabkömmlinge, keine Erleichterung bringen können. Besonders Nervenschmerzen lassen sich oft nur schwer behandeln. Der Wirkstoff Ziconotid ist eine Alternative zu Morphin, bei der eine Gewöhnung an das Medikament nicht vorkommen soll.
Seit kurzem ist dieser neuartige Wirkstoff zugelassen, der künstlich hergestellt wird und dem Gift der Kegelschnecke entspricht. Mit dem Schmerzmittel Ziconotid (Prialt®) gibt es damit eine Alternative für Patienten mit chronischen starken Schmerzen, die auch auf die intrathekale Opioidgabe nur unzureichend ansprechen.
Der Wirkmechanismus von Ziconotid ist in der Schmerztherapie völlig neuartig: Die fleischfressenden Kegelschnecken schießen einen winzigen Pfeil auf ihre Beute ab, der den Fisch binnen Sekunden lähmt. Ziconotid dockt an bestimmten Calciumkanälen an und übernimmt dort die Kontrolle. In der Natur führt das zur Lähmung und zum Tod des Beutefisches; in der Schmerztherapie beim Menschen hat es dagegen sehr positive Auswirkungen, denn es hemmt die weitere Schmerz-Generierung.
Schwierig ist jedoch die Verabreichung von Ziconotid, denn die Substanz muss als Flüssigkeit mit Hilfe einer Schmerzpumpe direkt an das Rückenmark geleitet werden. Dabei ist die genaue Dosierung entscheidend, denn die Nebenwirkungen reichen von Übelkeit bis zu lebensbedrohlichen Lähmungen. Bei Überdosierung können neurologische Symptome wie Verwirrtheit und Angst auftreten. Es kommt aber nicht zur Atemdepression.
Das therapeutische Fenster ist klein – deshalb sollte die Substanz nur von erfahrenen Schmerztherapeuten verwendet werden. Bei gut auf Ziconotid eingestellten Patienten ist der analgetische Effekt erstaunlich stabil. Die ersten Effekte treten nach circa vier Tagen ein – bis zu einer stabilen Einstellung dauerte es im Schnitt aber doch mehrere Monate. Bestimmte Indikationen, Patienten oder Schmerztypen, die besonders gut auf die Therapie ansprechen, konnten bisher nicht festgestellt werden.
In Tutzing haben wir mit der Substanz seit der Marktzulassung bereits etliche Erfahrungen gesammelt und wenden das Schneckengift als Therapieoption bei bestehender Indikation mit guten Erfahrungen an. In einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften (Lancet) war unser Schmerzzentrum aktuell an einer Übersichtsarbeit zu Ziconotid beteiligt.(Schmidtko, A, Lötsch, J, Freynhagen, R, Geisslinger, R (2010). Ziconotide for treatment of severe chronic pain. Lancet, im Druck)
Der Wirkmechanismus von Ziconotid ist in der Schmerztherapie völlig neuartig: Die fleischfressenden Kegelschnecken schießen einen winzigen Pfeil auf ihre Beute ab, der den Fisch binnen Sekunden lähmt. Ziconotid dockt an bestimmten Calciumkanälen an und übernimmt dort die Kontrolle. In der Natur führt das zur Lähmung und zum Tod des Beutefisches; in der Schmerztherapie beim Menschen hat es dagegen sehr positive Auswirkungen, denn es hemmt die weitere Schmerz-Generierung.
Schwierig ist jedoch die Verabreichung von Ziconotid, denn die Substanz muss als Flüssigkeit mit Hilfe einer Schmerzpumpe direkt an das Rückenmark geleitet werden. Dabei ist die genaue Dosierung entscheidend, denn die Nebenwirkungen reichen von Übelkeit bis zu lebensbedrohlichen Lähmungen. Bei Überdosierung können neurologische Symptome wie Verwirrtheit und Angst auftreten. Es kommt aber nicht zur Atemdepression.
Das therapeutische Fenster ist klein – deshalb sollte die Substanz nur von erfahrenen Schmerztherapeuten verwendet werden. Bei gut auf Ziconotid eingestellten Patienten ist der analgetische Effekt erstaunlich stabil. Die ersten Effekte treten nach circa vier Tagen ein – bis zu einer stabilen Einstellung dauerte es im Schnitt aber doch mehrere Monate. Bestimmte Indikationen, Patienten oder Schmerztypen, die besonders gut auf die Therapie ansprechen, konnten bisher nicht festgestellt werden.
In Tutzing haben wir mit der Substanz seit der Marktzulassung bereits etliche Erfahrungen gesammelt und wenden das Schneckengift als Therapieoption bei bestehender Indikation mit guten Erfahrungen an. In einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften (Lancet) war unser Schmerzzentrum aktuell an einer Übersichtsarbeit zu Ziconotid beteiligt.(Schmidtko, A, Lötsch, J, Freynhagen, R, Geisslinger, R (2010). Ziconotide for treatment of severe chronic pain. Lancet, im Druck)
Schmerztherapieformen
Kontakt und Anmeldung
Zentrum für Schmerztherapie am Starnberger See
Am Benedictus Krankenhaus Tutzing
Tel.: (08158) 23-710 oder -712 (Sekretariat)
Fax: (08158) 23-711
Tel.: (08158) 23-0 (Empfang)
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